Die Grenze in Klingenbach


Die Grenze in Klingenbach

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© ORF Burgenland, Sendung vom: 28.06.2021

 

Im Dudleswald zwischen Klingenbach (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) und Sopron stand bis 1989 der Stacheldrahtzaun des Eisernen Vorhangs. Als dieser dann fiel, entstand hier ein Foto, das um die Welt gehen sollte.

Im Juni 1989 durchtrennten bei Klingenbach der damalige österreichische Außenminister Alois Mock und der ungarische Außenminister Gyula Horn symbolisch den Eisernen Vorhang. In der Mitte stand der damalige Landeshauptmann Hans Sipötz (SPÖ). Die vielen anwesenden Fotografen schossen Bilder, die weltweit in Zeitungen abgedruckt werden. „Angeblich hat man im Nachhinein erfahren, dass dieser Zaun etwas versetzt vom ursprünglichen Grenzzaun wieder neu aufgebaut worden war, für diese Aktion“, so Sipötz.

Es war also nur eine Inszenierung, aber die damals geschossenen Fotos lösten ungeahnte Folgen aus. „Ich glaube, es war niemandem bewusst, dass eine Veränderung derartig rasch vor sich gehen würde. Dass einige Wochen später DDR-Bürger über die Grenze gehen konnten, ohne dass sie aufgehalten wurden. Oder, dass es bereits im November die DDR nicht mehr geben würde und zwei Jahre später die Sowjetunion – damit hat keiner gerechnet“, so Sipötz.

Große Bedeutung der offenen Grenze

Für ihn sei die größte Überraschung gewesen, welche Bedeutung die offene Grenze habe, so Sipötz. „Es hat viele gegeben, die gegen die Öffnung des Grenzübergangs waren, zum Beispiel in meiner Heimatgemeinde Pamhagen. Die offene Grenze hat bewirkt, dass das Burgenland einen Sprung nach vorne gemacht hat. Ich glaube, sie hat eine größere Bedeutung gehabt, als die Hilfen durch die EU. Die offene Grenze hat dieses neue Burgenland geschaffen“, meinte Sipötz.

Gedenkstein wurde neu aufgestellt

An das Durchtrennen des Eisernen Vorhangs damals mit den inszenierten Fotos erinnert heute ein Gedenkstein der auch eine skurrile Geschichte hat. „Die Ungarn haben den ersten Erinnerungsstein nicht hier aufgestellt, sondern an jenem Platz, an dem der Übertritt der Grenze der DDR-Bürger war – an der Grenze zwischen Sopron und Sankt Margarethen. Dann kam man drauf, dass nicht dort, sondern vier Kilometer Luftlinie entfernt geschnitten worden war. Man hat den Stein dann 2005 hier neu aufgestellt“, erinnerte sich der ehemalige Landeshauptmann.

Bis 1989 trennte der Eiserne Vorhang Ost und West und unmittelbar beim Gedenkstein wird nun an einer Autobahn gebaut, die Ost und West schneller verbinden soll.

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