Freichtlichtmuseum Gerersdorf


Freilichtmuseum Gerersdorf

Video in Kürze verfügbar.

© ORF Burgenland, Sendung vom: 14.01.2021

Wenn man burgenländische Geschichte erleben will, dann ist man im Freilichtmuseum in Gerersdorf am richtigen Ort. Hier befinden sich 32 Häuser aus den letzten drei Jahrhunderten, und gewährt somit einen Einblick in die pannonische Kultur.

Der Wiener Gerhard Kisser kam 1970 das erste Mal in das Südburgenland. Dort fand er am Ende des Gerersdorfers Riegelsberg das letzte mit Stroh gedeckte Haus. Es war sofort Liebe auf den ersten Blick. Vor allem auch wegen der noch original erhaltenen Rauchküche. Seither ist er fasziniert von der südburgenländischen bäuerlichen Holzarchitektur. Es war im Leid, dass diese alle verfielen. Aus diesem Grund erwarb er 1972 sein erstes Gebäude inklusive großem Grundstück.

Gerhard Kissers Vision war es, alte bäuerliche Gebäude vor dem Verfall zu retten, sie abzutragen und in Gerersdorf neu aufzubauen.

Mit Hilfe vieler Freiwilliger und Strohdachspezialisten konnten so innerhalb von nur drei Jahren die ersten sechs Gebäude fertiggestellt werden und als »Ensemble Gerersdorf« der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Eine unglaubliche Sammlung ist über die Jahren entstanden, die in mühevoller Arbeit von den Originalstandorten abgebaut und wieder liebvoll in Gerersdorf aufgebaut wurden.

Eines der interessantesten Gebäude aus Lehm, Stroh und Holz ist wohl jenes, das 100 Jahre lang als Kuhstall diente, 1890 zu einem Wohnhaus mit nur zwei Räumen umgebaut wurde. Allerdings haben diese Räume keine Verbindung zueinander, sondern sind von außen zu begehen. Ungewöhnlich ist aber auch, dass bis 1992 darin noch zwei Schwestern gelebt haben.

In den historischen Gebäuden wird auch regelmäßig zeitgenössische Kunst ausgestellt. Durch die räumliche Verbindung des Modernen mit dem Historischen erfahren die zunächst unvereinbar erscheinenden Zeitebenen jeweils eine neue Interpretation.

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