Roma-Denkmal Oberwart


Roma-Denkmal Oberwart

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© ORF Burgenland, Sendung vom: 04.02.2021

Vor 26 Jahren sind vier Männer der Volksgruppe der Roma am Stadtrand von Oberwart durch eine Rohrbombe getötet worden. Das politisch motivierte und rassistische Attentat erschütterte die ganze Republik. Heute erinnert ein Denkmal an das Attentat.

In der Nacht auf den 5. Februar 1995 wurden in Oberwart vier Roma ermordet. Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath starben bei dem Versuch, eine Tafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“ zu entfernen. Die Sprengfalle war am Rand der Roma-Siedlung aufgestellt worden. Die Ermittler gingen zunächst von einer internen Fehde aus. Langsam sickerte die Erkenntnis durch, dass die Männer Opfer eines politisch motivierten Anschlags waren. Der Täter Franz Fuchs wurde 1997 festgenommen. Der Steirer hielt Österreich mit mehreren Briefbomben-Serien in Atem. Fuchs wurde verurteilt und nahm sich im Jahr 2000 im Gefängnis das Leben.

„Wird nie in Vergessenheit geraten“

In Oberwart erinnert ein Denkmal an das Attentat. Für die Roma ist es noch immer eine offene Wunde, so Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender der Volksgruppe der Roma. „Es wird nie in Vergessenheit geraten – durch die jährlichen Gedenkfeiern ist dieses Thema immer aktuell, nicht nur bei den Roma, auch bei der Mehrheitsbevölkerung. Durch das Attentat in Wien letztes Jahr, wird das wieder hervorgerufen.“

„Es hat sich wirklich etwas getan“

Am Begräbnis nahmen damals hochrangige Politiker der Republik teil. Danach besuchten Bundeskanzler Franz Vranitzky und Landeshauptmann Karl Stix die Roma-Siedlung. Sie zeigten sich erschüttert von den ärmlichen Wohn- und Lebensverhältnissen. Viele Roma waren damals arbeitslos. Die von der Stadtgemeinde errichteten Häuser waren abgewohnt und dringend renovierungsbedürftig – die Politiker versprachen Hilfe. „Es hat sich wirklich etwas getan. Die Siedlung wurde renoviert und auch im Bildungsbereich hat sich schon sehr viel bewegt. Es gibt Jugendliche, die zum Teil zum Studieren begonnen haben – ohne das Selbstbewusstsein, dass sie in dieser Zeit getankt haben, hätte das nicht funktioniert“, so Horvath.

Viele Junge zogen aus der Roma-Siedlung weg. Die Volksgruppe rückte vom Rand der Gesellschaft ein wenig in die Mitte. Eine positive Folge des Attentats von 1995.

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