Stiefelmachermuseum in Rechnitz


Stiefelmachermuseum in Rechnitz

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© ORF Burgenland, Sendung vom: 31.05.2021

 

Stiefel, oder auch Czismen genannt, aus Rechnitz (Bezirk Oberwart) waren über Jahrhunderte hindurch, etwas Besonderes. Mit der Industrialisierung verschwand dieses Handwerk. Heute erinnert an diese alte Tradition nur mehr das Stiefelmachermuseum in Rechnitz. Es wird vom pensionierten Stiefelmacher Julius Koch geführt.

Früher waren 50 Stiefelmachermeister – oder auch Czismenmacher genannt – in Rechnitz tätig. Sie waren berühmt für ihre genaue und qualitativ hochwertige Arbeit. Heute werden die Stiefel aus Rechnitz nur mehr zur Traditionspflege etwa von Volkstanzgruppen nachgefragt. Angefertigt werden sie so wie vor Jahrhunderten.

„Der Stiefel war ein normaler Gebrauchsartikel, der in jeder Berufssparte gebraucht wurde – egal, ob das ein Landwirt, ein Polizist oder ein Zöllner war“, so Koch.

Spezielle Technik

15 bis 17 Stunden dauerte es bis die Stiefel gefertigt sind. Dabei kommt eine spezielle Technik zum Einsatz – es werden Holznägel verwendet. „Der Holznagel hat dieselbe Eigenschaft, wie die Trägersohle. Also bei Feuchtigkeit dehnen sich beide gemeinsam aus, bei Trockenheit trocknen beide wieder ein – deshalb die Haltbarkeit. Die Form des Stiefels wurde gewalkt und dann wurde der Stiefel verkehrt hinten mit einer Naht zusammengenäht. Das war sozusagen der Stiefel aus einem Stück Leder“, erklärte Koch.

„Wenn man einem Schuhmacher erklärt hat, dass die Rechnitzer Stiefelmacher Stiefel aus einem Stück Leder machen, hat der gesagt, dass es das nicht gibt“, so Koch. Es gab es doch. Aber im Lauf der Jahre wurden immer mehr Stiefel industriell gefertigt und bald war es vorbei mit der Zunft der Stiefelmacher. Ihr Können und ihre Traditionen werden aber im Stiefelmachermuseum in Rechnitz hoch gehalten.

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