Die Geburtsstunde des Burgenlandes


Die Geburtsstunde des Burgenlandes

Der 25. Jänner ist für das Burgenland ein besonderes Datum

Denn an jenem Tag 1921 wurde das Land per Bundesverfassungsgesetz in die Republik Österreich aufgenommen und somit ein selbstständiges und gleichberechtigtes Bundesland.

Doch so einfach sollte es das Burgenland dennoch nicht haben, denn die gewünschte Hauptstadt Ödenburg wollte sich Ungarn nicht nehmen lassen. Sie blieb nach einer Volksabstimmung im Dezember 1921 bei unserem Nachbarland.

 

Ein kurzer Rückblick

Bis 1918 war das heutige Burgenland noch Teil der ungarischen Reichshälfte der österreichisch-ungarischen Monarchie. Die Bürger*innen waren Bauern oder Wanderarbeiter, die Deutsch oder Kroatisch sprachen. Wirtschaftlich war das Land stark mit der Steiermark und Niederösterreich verbunden.

Doch nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und somit dem Zerfall der Habsburger Monarchie wurde zwischen Österreich und Ungarn eine Grenze gezogen.

Das Land des heutigen Burgenlandes war damit nicht mehr Teil Österreichs, sondern gehörte zu Deutsch-Westungarn.

Viele Menschen standen nach der Trennung von Österreich vor den Trümmern ihrer Existenz. Sie stellten selbst ihre zukünftige Staatsangehörigkeit in Frage. Die Bürger waren schlichtweg nicht damit einverstanden, dass sie eine Grenze von Österreich trennt.

Eine Bewegung entstand, die den Anschluss Deutsch-Westungarns an Österreich forderte.

In den Friedensverhandlungen in Paris hat man diesen Forderungen auch entsprochen, denn im Vertrag von St. Germain wurde bereits 1919 die Übergabe des Burgenlands an Österreich in Aussicht gestellt. Sobald dieser Vertrag von ungarischer Seite unterzeichnet wurde. 

 

Die offizielle Übergabe im August 1921

Ungarn beabsichtigte freilich diesen Verlust mit allen diplomatischen und politischen Mitteln zu verhindern. Als diese Mittel versagten, versuchten Freischärler mit Waffengewalt die Übergabe des Burgenlandes, die offiziell für den 28. August 1921 angesetzt war, zu verhindern.

Die Freischärler bestanden hauptsächlich aus abgerüsteten Offizieren, Studenten, Vertriebenen aus der Slowakei, Siebenbürgen und Kroatien. An deren Spitze stand der spätere Ministerpräsident Gyula Gömbös.

Erst im Herbst entspannte sich die Lage. Nach italienischer Vermittlung verpflichtet sich Ungarn am 13. Oktober 1921 im »Venediger Protokoll« zur Übergabe des Burgenlandes.

Dennoch blieb die Situation kritisch und es wurde weiter gekämpft. Erst Ende November gelang die Eingliederung des Burgenlandes. Und mit der ungarischen Volksabstimmung im Dezember ohne gewünscht Landeshauptstadt. 

 

Die Identität des Burgenlandes

Mit dem 25. Jänner 1921 wurde das Burgenland im Bundesverfassungsgesetz verankert, doch es begann auch eine Zeit der Ungewissheit. Nicht nur wegen der Kämpfe um die Grenze. Das Burgenland unterschied sich stark vom Rest Österreichs durch die diversen Bevölkerungsgruppen und musste sich erst seinen Platz an Österreichs Seite suchen. Zudem gab es keine Landeshauptstadt und bald nach der Eingliederung begann der Zweite Weltkrieg, der das Burgenland abermals spaltete.
Und doch erreichte all das nur eines – eine burgenländische Identität.

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