Jubiläumsausstellung auf der Friedensburg Schlaining mit glanzvoller Gala eröffnet






Jubiläumsausstellung auf der Friedensburg Schlaining

mit glanzvoller Gala eröffnet

Mit einer glanzvollen Gala wurde am Samstag, 14. August 2021, die Jubiläumsausstellung „Wir sind 100. Burgenland schreibt Geschichte“ auf der Friedensburg Schlaining eröffnet. Rund 300 Gäste waren beim Festakt vor der Burg anwesend, unter ihnen die Mitglieder der Burgenländischen Landesregierung mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und LH-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf an der Spitze, Landtagspräsidentin Verena Dunst, 2. Landtagspräsident Georg Rosner, 3. Landtagspräsident Kurt Maczek, der ungarische Botschafter Andor Nagy, Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics, Abgeordnete des Burgenländischen Landtages, Landesamtsdirektor Ronald Reiter und zahlreiche Vertreter aus Politik, Kultur, Verwaltung und Wirtschaft. Weitere tausend Menschen verfolgten am Hauptplatz in Form eines Public Viewings den Festakt. Spitzenmusiker wie die „Krowodnrocker“ von Bruji, das erfolgreiche Indie-Duo Cari Cari und die international erfolgreiche Band Opus, Die Mayerin, die Basbaritenori, Melinda Stoika und Elisabeth Pratscher lieferten vielakklamierte musikalische Beiträge. Als Höhepunkt brachte Christian Kolonovits die von ihm zum 100 Jahr-Jubiläum neu arrangierte Burgenländische Landeshymne zur Uraufführung. Virtuell zugespielt wurde Willi Resetarits. Begleitet wurden die Stücke vom Burgenländischen Chorverband sowie von Studentinnen und Studenten des Haydn Konservatoriums Eisenstadt und der Expositur Oberschützen. Über einen Live-Stream konnten Interessierte die Feierlichkeiten mitverfolgen. Die Jubiläumsausstellung soll Basis und Kern des ab 2023 öffnenden „Hauses der burgenländischen Geschichte“ auf der Burg Schlaining sein.

„Wir haben eine große Verantwortung der zukünftigen Generation gegenüber“

„Dieses Land haben die Burgenländerinnen und Burgenländer geschaffen. Wenn man durch die Ausstellung geht, spürt man die Seele der Burgenländer und des Burgenlandes. Ihnen ist diese Ausstellung gewidmet.“, sagte Landeshauptmann Doskozil in seiner Festansprache. Er erinnerte in seiner Festansprache auch an die schwierige Zeit nach der Landwerdung, die Auswanderungswellen und an die dunklen Kapitel der Geschichte des Burgenlandes, in der Zehntausende BurgenländerInnen ihr Leben lassen mussten: „Auch das ist Teil der Geschichte des Burgenlandes. Wenn wir heraufgehen in der Entwicklung nach jener grausamen Zeit und in die Welt blicken, können wir heute stolz und zufrieden sein, wie es uns im Burgenland, wie es uns in Österreich geht. Das muss Ansporn sein, die Zukunft weiter zu gestalten“. Es sei indes wichtig, die Geschichte zu kennen und den Dank der Vorgängergenerationen zu spüren, sich ebenso bewusst zu sein, „dass wir eine Verpflichtung haben den Menschen gegenüber, die dieses Burgenland aufgebaut haben. Diese Verpflichtung bedeutet, auf das Burgenland aufzupassen, achtzugeben, die richtigen Entscheidungen zu treffen, denn wir haben eine große Verantwortung für die zukünftige Generation. Diese ist davon abhängig, wie wir ihr das Burgenland in Zukunft übergeben werden.“

Ausstellung soll als Haus der Zeitgeschichte fortgeführt werden

Er sei froh darüber, dass die Burg Schlaining mit der gelungenen Ausstellung als Haus der Zeitgeschichte fortgeführt werde. „Eine Zeitgeschichte, die durchaus auch immer wieder kritisch Dinge hinterfragt und woraus wir unser Wissen schöpfen“. Er wünsche sich, dass die Schulen, die Bevölkerung, alle BesucherInnen dies aus der Ausstellung mitnehmen. „Die Vergangenheit zu kennen und sie mit nüchternem, objektivem Blick betrachten zu können, ist die wichtigste Voraussetzung, die Zukunft zu gestalten“.

Zeitzeuginnen als besondere Gäste

Als Zeitzeuginnen waren die aus dem Mittelburgenland stammende Widerstandskämpferin Prof.in Käthe Sasso und die ehemalige DDR-Bürgerin Regine Engelschalk geladen. Die über 90-jährige Sasso ist Überlebende des österreichischen Widerstandes gegen die Nazis und hat Zeit ihres Lebens für eine Würdigung der Opfer gekämpft. Sie mahnte in berührenden Worten, nie aufzuhören, über die schrecklichen Ereignisse zu erzählen. Engelschalk war in den 70er-Jahren nach einem – misslungenen - Fluchtversuch durch den Neusiedler See mit einem selbst gebastelten Tauchanzug für zwei Jahre inhaftiert worden; ihr Tauchanzug von damals ist in der Ausstellung zu sehen.

Multimediale Zeitreise

Die Schau, die mehr als 850 Objekte zeigt, bietet eine multimediale Zeitreise durch die hundertjährige Geschichte des jüngsten Bundeslandes. In zwölf Themenbereichen werden BesucherInnen die wichtigsten Stationen der Geschichte von der Entstehung des Burgenlandes über die Auswanderungswellen und Fluchtbewegungen, die Kriegszeit und Flüchtlingskrisen bis zu den Erfolgen der Tourismuswirtschaft in der Jetztzeit nähergebracht. Die wirtschaftliche und die Entwicklung der Bildungslandschaft, Natur und Umwelt und die heutige Vorreiterrolle des Landes bei der Erzeugung von grüner Energie sind ebenso Themen wie das Entstehen der burgenländischen Identität und die kulturelle, sprachliche und religiöse Vielfalt des Landes. Anhand der spannenden Geschichten prägender burgenländischer Persönlichkeiten werden zeitgeschichtliche Ereignisse und Entwicklungen für die BesucherInnen lebendig und greifbar nacherzählt. Ein Audio-Guide führt in den Landessprachen Deutsch, Kroatisch, Ungarisch und Romanes sowie in Englisch durch die Ausstellung. Der Zugang zu den Ausstellungsräumen ist barrierefrei möglich; ein Aufzug wurde direkt in die Burg eingebaut.

„Zentraler Zugang, die kulturelle Vielfalt des Burgenlandes zu dokumentieren“

Historiker DDr. Oliver Rathkolb, Kurator der Jubiläumsausstellung, nannte den zentralen Zugang der Kuratierung, „die kulturelle Vielfalt des Burgenlandes zu dokumentieren“. Für die Gestaltung der Jubiläumsausstellung zeichnete Mag. Christof Cremer verantwortlich, der die spannende Herausforderung darin sah, „in die Burg die Jubiläumsausstellung zu implementieren, dabei auf die wunderbare historische Bausubstanz zu achten und im Dialog mit der Ausstellungsgestaltung hervorzuheben.“ „Burgherr“ Norbert Darabos bezeichnete das Ausstellungsprojekt, das letztlich trotz vieler coronabedingter Verzögerungen hervorragend gelungen sei, „als eine fast größere Herausforderung als seine politische Tätigkeit“.

Ausstellung seit 15. August für alle BesucherInnen geöffnet.

Seit Sonntag, 15. August, ist die Ausstellung für alle BesucherInnen geöffnet; bereits am Sonntagvormittag boten ein Sternmarsch, ein Frühschoppen auf dem Hauptplatz mit Musikkapellen, Vorführungen von Volkstanz- und Singgruppen, Livemusik und ein regionaler Markt mit kulinarischen Spezialitäten BesucherInnen Unterhaltung und Festtagsstimmung.

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