Brücke von Andau


Brücke von Andau

© ORF Burgenland, Sendung vom: 01.11.2021

Die Brücke von Andau über den Einser-Kanal an der österreichisch-ungarischen Grenze ist ein Symbol für die Hilfsbereitschaft der Burgenländerinnen und Burgenländer. 70.000 Menschen flüchteten 1956 über diese Brücke ins Burgenland. Sie wurde zerstört und wieder aufgebaut. Heute nagt nur noch der Zahn der Zeit an ihr.

Nach der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes im Spätherbst 1956 flüchteten mehr als 70.000 Menschen über die Brücke von Andau nach Österreich. Doch im November 1956 wurde die Brücke von ungarischen Soldaten gesprengt und komplett zerstört. Doch der Fluchtweg war noch nicht versperrt, viele Ungarn hielt die kaputte Brücke nicht von ihrer Flucht ab: Über einen notdürftig errichteten Steg kamen weiter tausende ins Burgenland. Nach den Schritten über den Einser-Kanal auf österreichisches Staatsgebiet wurden die Flüchtlinge in Andau gesammelt, erzählte Chronist Otto Gruber: „Sie wurden begleitet, verköstigt und auch eine Schlafstelle wurde ihnen geboten. Diese aufopfernde Arbeit an den ersten 14 Tagen wurde von unseren Andauer Bürgerinnen und Bürgern selbst durchgeführt, bis dann schlussendlich die internationalen Hilfsorganisationen eingetroffen sind.“

Richard Nixon im Burgenland

Der erste Fernsehbeitrag damals aus dem Burgenland wurde wahrscheinlich auch international gezeigt: Der damalige UN-Flüchtlingsbeauftragte und spätere US-Präsident Richard Nixon kam nach der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes 1956 ins Burgenland. Er besuchte die Flüchtlinge in Eisenstadt und machte sich ein Bild über die Flüchtlingsströme aus Ungarn, die bei Andau nach Österreich kamen.

Der Zahn der Zeit

Vierzig Jahre nach ihrer Sprengung wurde die Brücke von Andauern und vom österreichischen Bundesheer wieder errichtet. Der größte Feind der verbindenden Brücke ist der Zahn der Zeit. 2006 wurde die Brücke wieder saniert, und jetzt hat der Zahn wieder heftig genagt. „Wir von Seiten der Gemeinde Andau sind mit der Partnergemeinde Kapuvar in engster Verbindung, weil wir hoffen, dass wir bis Frühjahr 2022 eine neue Brücke errichten können“, so Gruber.

Von oder zur Brücke führt die "Fluchtstraße. Sie war für tausende der Weg in die Freiheit. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt erschufen mit ihren Skulpturen und Installationen eine einmalige Freiluftgalerie.

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