Brüssel – Das Zentrum der EU


Brüssel – Das Zentrum der EU

© ORF Burgenland, Sendung vom: 11.11.2021

Brüssel gilt als das Machtzentrum der EU. Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union am 1. Jänner 1995 hat diese Stadt auch für das Burgenland eine große Bedeutung bekommen, denn wichtige Entscheidungen, die uns alle betreffen, werden dort gefällt.

Über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union wurde im Juni 1994 abgestimmt – die Erwartungen waren damals vielfältig. Das Burgenland hatte mit 75 Prozent die größte Zustimmung in Österreich zur EU. Eingestuft als Ziel-1-Gebiet bekam das Burgenland mehr als eine Milliarde Euro an Förderungen aus Brüssel – große Leitbetriebe siedelten sich an – der Tourismus wurde angekurbelt.

Überwinden von Grenzen wichtige Funktion der EU

Seit 20 Jahren ist der belgische Politiker Karl-Heinz Lambertz im Ausschuss der Regionen, dabei hat er die Entwicklung des Burgenlandes und der EU miterlebt: „Der europäische Kontinent ist der zweitkleinste auf der Welt, aber mit Abstand derjenige, der die höchste Dichte an Grenzen hat. Das Überwinden von Grenzen ist die eigentliche DNA der europäischen Integration, deshalb sind Grenzregionen besonders wichtig für die Europäische Union – da spielt eigentlich die Musik, das ist das Laboratorium und das ist auch der Motor, um voranzukommen.“ Ein weiterer Meilenstein für die EU war die gemeinsame Währung. 2002 wurde der Euro in Österreich eingeführt, doch noch jahrelang wurden Schillinge eingetauscht.

Europa hat wichtige Bedeutung für Frieden

Ein wichtiger Einschnitt für das Burgenland war die Osterweiterung im Jahr 2004, unsere Nachbarstaaten – die Slowakei, Ungarn und Slowenien – traten der EU bei. Dadurch ergaben sich neue Chancen für die gesamte Grenzregion. Derzeit umfasst die Europäischen Union 27 Mitgliedsstaaten, mit 447 Millionen Bürgerinnen und Bürgern. Es sei sehr wichtig, daran zu erinnern, welche Bedeutung Europa für den Frieden hat, so Lambertz: „Die Europäische Union ist auf dem Scherbenhaufen des Zweiten Weltkriegs aufgebaut worden und hat den Friedensnobelpreis zurecht bekommen, aber mittlerweile ist leider für viele Menschen Europa eher eine Ursache der Angst als eine Ursache der Hoffnung und das müssen wir ändern.“

Die Europäische Union ist mit vielen Problemen konfrontiert – dazu wird es auch Reformen bedürfen – aber eine der wichtigsten Fragen wird wohl der Zusammenhalt sein, um die großen Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu stemmen.

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