aus dem Burgenland

Buchtipps

Zugegeben, sowas wie einen Haydn oder einen Liszt hat das Burgenland auf dem Gebiet der Literatur nicht hervorgebracht. Kein Genie von Weltruhm. Aber die Burgenländische Landesbibliothek hat mehr als 120.000 Bücher und da sind schon einige dabei, deren Lektüre sich lohnt. 120.000 sind nicht wenig, da hat man schon was zum Aussuchen.

Das Aussuchen wollen wir hier aber ein bisschen leichter machen, und darum stellen wir hier vor:

Bücher, die sich mit der hundertjährigen Geschichte des Burgenlandes befassen,

Bücher, aus denen man Essentielles über das Burgenland und über das „Burgenländisch-Sein“ herauslesen kann, und

Bücher, die ganz einfach für das Burgenland von Bedeutung sind.

Die meisten davon sind auch von Burgenländer/innen geschrieben worden, denn es gibt viele lesenswerte Autor/innen bei uns. Es werden auch immer mehr. Obwohl: Sowas wie einen Haydn oder einen Liszt hat das Burgenland auf dem Gebiet der Literatur nicht hervorgebracht. Noch nicht!

Viel Freude beim Lesen wünscht jedenfalls

 

Jakob Michael Perschy

Landesbibliothek Burgenland

Alle gelisteten Bücher sind in der Landesbibliothek entlehnbar und über den Buchhandel zu beziehen.


Die Ambassadorin – Sebastian Janata

Vielleicht muss man ja in Berlin leben, damit einem genau dieser burgenländische Roman einfällt. Sebastian Janata, dem langjährigen 'Ja, Panik'- Mitglied, ist er aber nicht nur eingefallen, er hat ihn auch geschrieben – und wie! Ja, und wie? Unbedingt lesenswert! Rowohlt 2020


Pannonien. Archipel – Klaus-Jürgen Bauer

Erscheint uns das Burgenland als eine Insel? Manchmal schon. Dann aber doch eingebettet in einen Archipel, den Archipel Pannonien. Kulturhistorische Fundamente, Querverbindungen und Verstrebungen innerhalb dieses Archipels zeigt dieses kluge Buch des Eisenstädter Architekten und Architekturtheoretikers Klaus-Jürgen Bauer auf. Lex Liszt 2007


Wir – Judith Kohlenberger

„Wir“: Ein Paar, eine Clique, eine Familie, eine Nation? Und brauchen wir das, dieses „Wir-Gefühl“, und was fangen wir damit an? Wie lässt sich das „Wir“ instrumentalisieren? Und kann man dem „Wir“ auch den Rücken kehren?  Antworten darauf von einer aus dem Burgenland stammenden Politologin. Kremayr & Scheriau 2021


Kein Platz in der Stadt – Wolfgang Millendorfer

Dass dieser Roman eigentlich mehrere Romane in einem sei (er mag's ökonomisch, unser Milli), wurde über dieses Buch geschrieben, und auch, dass das ein Entwicklungsroman sei, bei dem sich aber die Leser:innen entwickeln müssten … Da hilft nur eins: Selbst lesen! Löcker 2017


Immerjahn – Barbara Zeman

In diesem speziellen Fall soll schlicht die Literaturkritik der, »Neuen Zürcher Zeitung« bemüt und zitiert werden: »Dieser Roman ist ein Fest des Schauens, und wem das zu pathetisch klingt, der kann es auch eine Party nennen.« Reicht doch als Empfehlung vollkommen aus. Hoffman und Campe 2019


Weinbräuche in Österreich – Johann Werfring

Wenn’s um ganz besondere Säfte geht, dann kommt nach dem Blut gleich der Wein. Sowohl seine Produktion als auch seine Konsumation ist eng mit vielfältigem Brauchtum und verschiedensten Ritualen verbunden. Das Buch zu diesem Thema wollte und musste natürlich von einem Burgenländer geschrieben sein! Lex Liszt 2021


Der erste Stein aus der Berliner Mauer – Das paneuropäische Picknick 1989 – Stefan Karner / Philipp Lesiak

Der 19. August 1989, der Tag an dem im Burgenland die Weltgeschichte zu Besuch war. Seine verästelte Vorgeschichte, seine vielfältigen Nachwehen. Aufgearbeitet von zwölf namhaften Historiker:innen aus österreichischer, ungarischer und internationaler Sicht. Leykam 2019


Zigeuner. Roma. Menschen – Erich Maria Schneller

Die Lebensberichte elf burgenländischer Roma, aufgezeichnet von einem Journalisten, der seine Arbeit immer als Beitrag zur Zeitgeschichte verstanden hat. Ein Buch, das bleiben wird. Ein burgenländisches Buch, das wichtig bleiben wird. Lex Liszt 2013


Geschichten aus Gols – Johann Nittnaus

Wie schnell doch Gegenwart zu Geschichte wird! Die Erinnerungen des 1924 geborenen Golsers Johann Nittnaus umfassen einen Großteil des vorigen Jahrhunderts. Das Gestern, das uns und unser Land geprägt hat, wie fern erscheint es uns, wie nahe ist es noch? Margarete Tischler 2018


Das jüngste Land. Eine Burgenland-Trilogie – Siegmund Kleinl

Lesen heißt unter anderem auch „Denken mit anderem Kopf“. Mit einem der klügsten und eigenwilligsten Köpfen unseres Landes kann, sollte man das mit diesem Buch versuchen, das durch die Einbindung eines Künstlerbuches von Wolfgang Horwath noch dazu eine bibliophile Kostbarkeit darstellt. Lex Liszt 2021


Der Präsident – Clemens Berger

Ein burgenländischer Auswanderer als Double des amerikanischen Präsidenten: Ein auf Tatsachen beruhender Roman um Sein und Schein. Residenz 2020

 


So gewaltig ist nichts wie Angst – Stefan Horvath

Texte aus zwei Jahrzehnten aus der Lebenswelt des preisgekrönten Autors und Zeitzeugen aus der Oberwarter Roma-Siedlung: "So lange die Toten mit mir reden, werde ich immer meine Stimme erheben." Lex Liszt 2017


Vom Fluss der Zeit – Elke Kallinger

Familiengeschichte(n) aus dem Pinkatal: Die Germanistin und Historikerin Elke Kallinger verwebt Erlebtes und Dokumentarisches zu einem Erzählteppich, aus dessen Mustern sich eine burgenländische Identität herauslesen lässt. Eigenverlag 2020


Der Goldfisch ist unschuldig – Tanja Fabsits

Bereits preisgekrönt ist diese facettenreiche Geschichte von Henri und seinem Papa auf dem Sofa, dem samt seinem Glas aus dem Fenster geschmissenen Goldfisch, von der Pechmarie und dem Hausmeister Montesanto: Das Buch der gebürtigen Südburgenländerin ist eines von 200 weltweit(!) in den Empfehlungskatalog der „Internationalen Jugendbibliothek“ aufgenommenen! Tyrolia 2018


Nicht wissen, woher man kommt / Ne znati, odakle smo – Ana Schoretits

So wichtig uns das Burgenland auch ist, blicken wir doch auch fleißig über den Tellerrand. Im konkreten Fall zweisprachig. Unsere große Dame der burgenlandkroatischen Literatur lädt uns nämlich zur Reisebegleitung, von der Nordseeinsel Amrum bis Moldawien, vom kroatischen Split bis Portugal, und wieder zurück nach Zagersdorf/Cogrštof. Lex Liszt 2016


111 Orte rund um den Neusiedler See, die man gesehen haben muss – Bernadette Németh

Sie kennen die Region um den Neusiedler See wie Ihre Westentasche? Werfen Sie einen Blick in dieses Buch ­– und Sie werden schauen! Emons 2021 (soeben erschienen)


Nikitsch / Filež – leben und lieben an der Grenze – Rudolf Karazman

Ein Buch über ein kleines Dorf – und ein ganz großer Wurf! Ungern verwende ich den Begriff ‚Pflichtlektüre‘, dieses Mal muss es sein: Pflichtlektüre für uns Burgenländer:innen und für alle, die uns endlich kapieren wollen. Zweisprachig und mit Musik. Lex Liszt 2021


Portrait – Jürgen Bauer

Drei ihm nahestehende Personen entwerfen in diesem subtilen Roman erzählend das Bild eines Menschen. Worüber wir sprechen, wenn wir von anderen sprechen: Vielleicht in erste Linie von uns selbst? Septime 2020


Teta Jelka überfährt ein Hendl – Michaela Frühstück

Teta Jelka wohnt in Minihof-Mjenovo und Minihof-Mjenovo ist nicht das Burgenland und das Burgenland ist nicht die Welt? Irgendwie aber doch in diesem feinen Roman: Eine liebevoll realistisch gezeichnete fantastische Welt, mit blauem Weitblick, nur ohne Meer. Lex Liszt 2012


Junge Literatur Burgenland (Volume 1-4) 

Mit Sanja Abramović , Julia Lückl und Johanna Sebauer sind gleich einmal drei Literaturpreisträgerinnen unter den insgesamt 16 literarischen Talenten, deren Texte Burgenlands engagierter Verlag in dieser Reihe erstmals veröffentlicht. Da werden wir aber noch was zu lesen kriegen! Lex Liszt 2017-2020


Hunnen sterben anders – Günter Unger

Jahrzehntelang hat Günter Unger das kulturelle und gesellschaftliche Leben unseres Landes mitgestaltet, kommentiert, beobachtet. In diese mit Verve verfassten ‚Fragmente eines Lebens aus zweiter Hand‘ (so der Untertitel des Romanes) hat er einiges aus seiner Erfahrung einfließen lassen. Löcker 2016


Mein Pannonien – Max Stiegl

Aus der Vielzahl burgenländischer Kochbücher ist das des in Purbach residierenden "ganzheitlichen Haubenkochs" wohl eines der angesagtesten. Krenn 2016


Außerdem bereits empfohlen:

Ana Schoretits – Zadnji hrvatski Mohikanac / Pannoniens letzter Mohikaner

Theodora Bauer – Chikago

Katharina Janoska – Rebstock

Michaela Frühstück – Missis Karlovits überfährt den Po

Gerald Schlag – Aus Trümmern geboren

Evelyn Lorenz – Das neunte Land

Heinz Janisch– Das versteckte Gold – Ein Fall für Jaromir

Helmut Stefan Milletich – 1921 – Familientreffen

Jakob Michael Perschy – Hundert Wörter Burgenländisch

Wolfgang Bachkönig – Ungarnaufstand 1956

Gerhard Baumgartner – Einfach weg! Verschwundene Romasiedlungen im Burgenland

Petra Piuk – Toni und Moni

Michael Hess – Braver Beamter

Katharina Köller – Was ich im Wasser sah

Helene Flöss – Brüchige Ufer

Thomas Himmelbauer – Tod im Zickenwald

Katharina Tiwald – Macbeth Melania

Herbert Brettl – "... verzeiht mir, dass ich euch nicht schon früher geschrieben habe."

Emmerich Koller – Über die Grenzen. Lebensreise eines deutsch-westungarischen Emigranten

Peter Wagner – Die Burgenbürger

Andreas Lehner, Paul Mühlbauer, Fritz Pomm – 100 Jahre Burgenland durch die Augen der Resl-Tant

Raimund Keinrath – Mordbuben. Ein Geschriebenstein-Krimi

Thomas Stipsits – Kopftuchmafia

Karin Ivancsics – Aus einem Strich die Landschaft

Katharina Janoska – KriegsROMAn

Jutta Treiber – Halt den Mund, sagte Mutter und dann starb sie

Georg Luif / Wolfgang Steiger –Die Wittmann-Chronik

Elke Steiner – Über das Licht gedreht

Bernhard Wieser und Michael Rathmayer – Das Beste von den Burgenländischen Hochzeitsbäckerinnen

Gerd Kramer – Das Leben lebt sich, bis es aus ist

Katrin Bernhardt – Aufbrechen

Corinna Antelmann / Nadine Kappacher – Urlaub ahoi

Michael Hess – VERS/TAND

Brigitte Krizsanits / Manfred Horvath – Das Leithagebirge

Gerhard Altmann – Hianungraud

Hubert Hutfless – Schneider fliegt

Peter Liszt – Die Kriege meiner Väter

Gerd Wolfgang Sievers – 111 Orte im Burgenland, die man gesehen haben muss


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