aus dem Burgenland

Buchtipps

Zugegeben, sowas wie einen Haydn oder einen Liszt hat das Burgenland auf dem Gebiet der Literatur nicht hervorgebracht. Kein Genie von Weltruhm. Aber die Burgenländische Landesbibliothek hat mehr als 120.000 Bücher und da sind schon einige dabei, deren Lektüre sich lohnt. 120.000 sind nicht wenig, da hat man schon was zum Aussuchen.

Das Aussuchen wollen wir hier aber ein bisschen leichter machen, und darum stellen wir hier vor:

Bücher, die sich mit der hundertjährigen Geschichte des Burgenlandes befassen,

Bücher, aus denen man Essentielles über das Burgenland und über das „Burgenländisch-Sein“ herauslesen kann, und

Bücher, die ganz einfach für das Burgenland von Bedeutung sind.

Die meisten davon sind auch von Burgenländer/innen geschrieben worden, denn es gibt viele lesenswerte Autor/innen bei uns. Es werden auch immer mehr. Obwohl: Sowas wie einen Haydn oder einen Liszt hat das Burgenland auf dem Gebiet der Literatur nicht hervorgebracht. Noch nicht!

Viel Freude beim Lesen wünscht jedenfalls

 

Jakob Michael Perschy

Landesbibliothek Burgenland

Alle gelisteten Bücher sind in der Landesbibliothek entlehnbar und über den Buchhandel zu beziehen.


Aufbrechen – Katrin Bernhardt

Aufbrechen: In die Ferne, in die Zukunft, zu neuen Ufern. Aufbrechen: Überkommene Denkmuster, traditionelle Strukturen, öde Gewohnheiten. Katrin Bernhardt zählt zweifellos zu den bemerkenswertesten Lyrikerinnen des Landes. Bemerken wir sie! Lex Liszt 2020


Nicht systemkonform. Menschen und Schicksale 1938-1945 – Friedrich Radlspäck

Verfolgung, Vertreibung, Genozid, Euthanasie – es sind die Traumata des »Dritten Reiches« weder zur Gänze aufgearbeitet, noch überwunden. Fritz Radlspäcks Beweggründe für seine historischen Recherchen mögen subjektiv sein, ihre Ergebnisse sind fundiert. Erst die Aufarbeitung persönlicher Schicksale lässt Geschichtswissenschaft im Sinn des Wortes ›bewegend‹ werden. Margarete Tischler 2020


Wir – Judith Kohlenberger

»Wir«: Ein Paar, eine Clique, eine Familie, eine Nation? Und brauchen wir das, dieses »Wir-Gefühl«, und was fangen wir damit an? Wie lässt sich das »Wir« instrumentalisieren? Und kann man dem »Wir« auch den Rücken kehren?  Antworten darauf von einer aus dem Burgenland stammenden Politologin. Kremayr & Scheriau 2021


Die Wittmann-Chronik – Georg Luif / Wolfgang Steiger

Mattersdorf und die große Welt: Der »Marckt Notarius« Jakob Wittmann notiert zwischen 1800 und 1825 akribisch, was in und um das heutige Mattersburg passiert, aber auch was aus dem Weltgeschehen zu ihm vordringt - eine alte Chronik als Tor zu einer Zeitreise. Burgenländische Forschungen 2019


Immerjahn – Barbara Zeman

In diesem speziellen Fall soll schlicht die Literaturkritik der, »Neuen Zürcher Zeitung« bemüt und zitiert werden: »Dieser Roman ist ein Fest des Schauens, und wem das zu pathetisch klingt, der kann es auch eine Party nennen.« Reicht doch als Empfehlung vollkommen aus. Hoffman und Campe 2019


Weinbräuche in Österreich – Johann Werfring

Wenn’s um ganz besondere Säfte geht, dann kommt nach dem Blut gleich der Wein. Sowohl seine Produktion als auch seine Konsumation ist eng mit vielfältigem Brauchtum und verschiedensten Ritualen verbunden. Das Buch zu diesem Thema wollte und musste natürlich von einem Burgenländer geschrieben sein! Lex Liszt 2021


Macbeth Melania – Katharina Tiwald

Vielleicht ist das ein zeitgeschichtlicher Roman. Vielleicht ein Roman über Theater und über Politik. Über Politik, die ein Theater ist. Die Vorbilder der Agierenden vermeinen wir jedenfalss zu erkennen. Der Roman wird noch lesenswert sein, wenn die vorkommenden Namen zum Teil erst gegoogelt werden müssen. Milena 2020


Vom Kommen und Gehen – Peter Menasse / Wolfgang Wagner:

Burgenländer:innen, die jetzt keine mehr sind und Burgenländer:innen, die früher keine waren, reflektieren ihr Persönliches oder auch das Burgenländertum schlechthin. Bereits das Inhaltsverzeichnis zeichnet sich durch Lesenswertheit aus: »Der Hauptplatz meines Herzens«, »Mein Burgenland ist überall«, »Hey Joe oder Wie einer ein Burgenländer geworden ist« usw., usw. Aufschlussreich und amüsant. Böhlau 2021


»… verzeiht mir, dass ich euch nicht schon früher geschrieben habe.« – Herbert Brettl

In authentischen Aufzeichnungen und Briefen durch die Geschichte des Burgenlandes, so dokumentarisch erhellend wie berührend. Eigenverlag 2020

 


Das versteckte Gold – Ein fall für Jaromir – Heinz Janisch

Heinz Janisch hat uns schon eine ordentliche Reihe an Kinderbüchern beschert: Lustige, zu Herzen gehende, auch zu Hirn gehende, auch nicht ganz so lustige.

Über das hier freuen wir uns besonders. Warum? Weil es auf Burg Güssing spielt. Obelisk 2020


Schneider fliegt – Hubert Hutfless

Schneider traumwandelt durch den Alltag und die Allnacht, nimmt Anlauf und fliegt, um den roten Faden des Lebens zu finden. Hubert Hutfless, der 2019 viel zu früh verstorbene Schriftsteller und Buchhändler aus Bad Sauerbrunn, hinterließ einen modernen Schelmenroman. Lex Liszt 2019


Das jüngste Land. Eine Burgenland-Trilogie – Siegmund Kleinl

Lesen heißt unter anderem auch »Denken mit anderem Kopf«. Mit einem der klügsten und eigenwilligsten Köpfen unseres Landes kann, sollte man das mit diesem Buch versuchen, das durch die Einbindung eines Künstlerbuches von Wolfgang Horwath noch dazu eine bibliophile Kostbarkeit darstellt. Lex Liszt 2021


Der Präsident – Clemens Berger

Ein burgenländischer Auswanderer als Double des amerikanischen Präsidenten: Ein auf Tatsachen beruhender Roman um Sein und Schein. Residenz 2020

 


Vom Fluss der Zeit – Elke Kallinger

Familiengeschichte(n) aus dem Pinkatal: Die Germanistin und Historikerin Elke Kallinger verwebt Erlebtes und Dokumentarisches zu einem Erzählteppich, aus dessen Mustern sich eine burgenländische Identität herauslesen lässt. Eigenverlag 2020


Der Goldfisch ist unschuldig – Tanja Fabsits

Bereits preisgekrönt ist diese facettenreiche Geschichte von Henri und seinem Papa auf dem Sofa, dem samt seinem Glas aus dem Fenster geschmissenen Goldfisch, von der Pechmarie und dem Hausmeister Montesanto: Das Buch der gebürtigen Südburgenländerin ist eines von 200 weltweit(!) in den Empfehlungskatalog der »Internationalen Jugendbibliothek« aufgenommenen! Tyrolia 2018


Über das Licht gedreht – Elke Steiner

Es geht (auch) um Realitätsverweigerung in diesem subtilen Roman. Dass er im Burgenland (noch) nicht mehr von sich reden gemacht hat, grenzt ebenfalls an eine solche. Das soll sich ändern! Keiper 2018


111 Orte rund um den Neusiedler See, die man gesehen haben muss – Bernadette Németh

Sie kennen die Region um den Neusiedler See wie Ihre Westentasche? Werfen Sie einen Blick in dieses Buch ­– und Sie werden schauen! Emons 2021 (soeben erschienen)


Nikitsch / Filež – leben und lieben an der Grenze – Rudolf Karazman

Ein Buch über ein kleines Dorf – und ein ganz großer Wurf! Ungern verwende ich den Begriff ›Pflichtlektüre‹, dieses Mal muss es sein: Pflichtlektüre für uns Burgenländer:innen und für alle, die uns endlich kapieren wollen. Zweisprachig und mit Musik. Lex Liszt 2021


Teta Jelka überfährt ein Hendl – Michaela Frühstück

Teta Jelka wohnt in Minihof-Mjenovo und Minihof-Mjenovo ist nicht das Burgenland und das Burgenland ist nicht die Welt? Irgendwie aber doch in diesem feinen Roman: Eine liebevoll realistisch gezeichnete fantastische Welt, mit blauem Weitblick, nur ohne Meer. Lex Liszt 2012


Junge Literatur Burgenland (Volume 1-4) 

Mit Sanja Abramović , Julia Lückl und Johanna Sebauer sind gleich einmal drei Literaturpreisträgerinnen unter den insgesamt 16 literarischen Talenten, deren Texte Burgenlands engagierter Verlag in dieser Reihe erstmals veröffentlicht. Da werden wir aber noch was zu lesen kriegen! Lex Liszt 2017-2020


Hunnen sterben anders – Günter Unger

Jahrzehntelang hat Günter Unger das kulturelle und gesellschaftliche Leben unseres Landes mitgestaltet, kommentiert, beobachtet. In diese mit Verve verfassten ›Fragmente eines Lebens aus zweiter Hand‹ (so der Untertitel des Romanes) hat er einiges aus seiner Erfahrung einfließen lassen. Löcker 2016


Hundert Wörter Burgenländisch – Jakob Michael Perschy

Ein Glossar aus gebräuchlichen und außergewöhnlichen, fast vergessenen und kuriosen Wörtern unserer Mundart, eingebettet in wissenschaftlicher Erklärung und anekdotischen Beispielen - ein Buch als Sprachdenkmal. Lex Liszt 2021

Mein Pannonien – Max Stiegl

Aus der Vielzahl burgenländischer Kochbücher ist das des in Purbach residierenden »ganzheitlichen Haubenkochs« wohl eines der angesagtesten. Krenn 2016


Außerdem bereits empfohlen:

Ana Schoretits – Zadnji hrvatski Mohikanac / Pannoniens letzter Mohikaner

Theodora Bauer – Chikago

Katharina Janoska – Rebstock

Michaela Frühstück – Missis Karlovits überfährt den Po

Gerald Schlag – Aus Trümmern geboren

Evelyn Lorenz – Das neunte Land

Helmut Stefan Milletich – 1921 – Familientreffen

Wolfgang Bachkönig – Ungarnaufstand 1956

Gerhard Baumgartner – Einfach weg! Verschwundene Romasiedlungen im Burgenland

Petra Piuk – Toni und Moni

Michael Hess – Braver Beamter

Katharina Köller – Was ich im Wasser sah

Helene Flöss – Brüchige Ufer

Thomas Himmelbauer – Tod im Zickenwald

Emmerich Koller – Über die Grenzen. Lebensreise eines deutsch-westungarischen Emigranten

Peter Wagner – Die Burgenbürger

Andreas Lehner, Paul Mühlbauer, Fritz Pomm – 100 Jahre Burgenland durch die Augen der Resl-Tant

Raimund Keinrath – Mordbuben. Ein Geschriebenstein-Krimi

Thomas Stipsits – Kopftuchmafia

Karin Ivancsics – Aus einem Strich die Landschaft

Katharina Janoska – KriegsROMAn

Jutta Treiber – Halt den Mund, sagte Mutter und dann starb sie

Bernhard Wieser und Michael Rathmayer – Das Beste von den Burgenländischen Hochzeitsbäckerinnen

Gerd Kramer – Das Leben lebt sich, bis es aus ist

Corinna Antelmann / Nadine Kappacher – Urlaub ahoi

Michael Hess – VERS/TAND

Brigitte Krizsanits / Manfred Horvath – Das Leithagebirge

Gerhard Altmann – Hianungraud

Peter Liszt – Die Kriege meiner Väter

Gerd Wolfgang Sievers – 111 Orte im Burgenland, die man gesehen haben muss

Wolfgang Millendorfer – Kein Platz in der Stadt

Erich Maria Schneller – Zigeuner. Roma. Menschen

Stefan Horvath – So gewaltig ist nichts wie Angst

Klaus-Jürgen Bauer – Pannonien. Archipel

Stefan Karner / Philipp Lesiak – Der erste Stein aus der Berliner Mauer – Das paneuropäische Picknick 1989

Ana Schoretits – Nicht wissen, woher man kommt / Ne znati, odakle smo

Sebastian Janata – Die Ambassadorin

Johann Nittnaus – Geschichten aus Gols

Jürgen Bauer – Portrait 


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