Das Rasenkreuz am Eisenberg


Das Rasenkreuz am Eisenberg

© ORF Burgenland, Sendung vom: 14.10.2021

Es ist ein Phänomen, das weder mit den Gesetzen der Natur noch mit Forschung und Wissenschaft zu erklären ist – das Rasenkreuz am Eisenberg in der Gemeinde Sankt Martin an der Raab (Bezirk Jennersdorf) ist vor allem für viele Gläubige ein Wunder.

Wie in Lourdes in Frankreich, oder in Fatima in Portugal soll es am Eisenberg in der Gemeinde Sankt Martin an der Raab in den 1950er-Jahren mehrmals zu Marienerscheinungen gekommen sein. Das behaupteten die Bäuerin Aloisa Lex und ihre Töchter.

„Die allererste Erscheinung hat schon mein Vater gehabt, das war schon 1947. Er hat eine schneeweiße Gestalt gesehen. Er hat geglaubt, dass da jemand einen Spaß macht. Er ist dann schnell hingegangen, auf einmal sieht er, dass das eine schneeweiß verkleidete Frau ist. Er hat sich geschreckt, ist zurückgewichen, und die Gestalt ist verschwunden“, so Aloisia Lex. Sie galt als hochspirituelle und beeindruckende Persönlichkeit, die ihre Familie und den Ort bis heute geprägt hat. Sie war zwar eine einfache Bäuerin, aber lebensklug und wissbegierig bis ans Ende ihrer Tage.

1956 erscheint Kreuz auf grüner Wiese

Im Jahr 1956, nachdem auch der Tochter von Aloisia Lex die Heilige Maria erschienen sein soll, tauchte plötzlich in der grünen Wiese ein Kreuz auf. „Genau um die selbe Zeit, nach zwei Jahren, Anfang September, ist das Kreuz im Garten entstanden. Genau an der Stelle, wo sie immer gesagt hat: Dort ist die Mutter Gottes gestanden“, so Erika Kern.

Nach 33 Jahren, als Alosia Lex verstarb, verschwand auch das Rasenkreuz. Gutachten von Experten schließen eine mechanische Manipulation nie aus. Trotz aller Bemühungen ist das Rasenkreuz aber nicht von der Kirche anerkannt worden, aber der Erforscher der österreichischen Seele Erwin Ringel, wollte Aloisa Lex unbedingt kennenlernen. „Als Aloisia Lex davon erfuhr, hat sie ganz einfach gesagt, wenn dem so ist, dann soll er doch herkommen und so war es dann auch. Ich kann mir gut vorstellen, dass Erwin Ringel das Gespräch in seine Erzählungen über die österreichische Seele einfließen ließ“, so Autor Peter Vukits.

Reisebusse kommen ins Südburgenland

Eisenberg war in den 1950er-Jahren eine sehr verlassene Gegend – bis zu den Marienerscheinungen: „Es sind Reisebusse aus den Niederlanden und der Schweiz gekommen, darauf war die Region nicht vorbereitet. Viele Menschen haben ihre Schlafzimmer an die Pilger vermietet und sind für diese Zeit in die Dachböden oder in die Keller gezogen. Ganz ohne Ironie darf man feststellen, dass es in den 1950er-Jahren schon eines Wunders nötig war, um den Fremdenverkehr nach Jennersdorf zu bringen“, so Vukits. Für eine Gruppe von streng gläubigen Menschen ist das Rasenkreuz noch heute ein heiliger Ort, wo sie Einkehr halten und sich zum Gebet treffen.

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