Ellis Island – Insel der Tränen und der Hoffnung


Ellis Island – Insel der Tränen und der Hoffnung

© ORF Burgenland, Sendung vom: 25.11.2021

In der Geschichte des Burgenlandes gibt es prägende Orte, die sich außerhalb der Landesgrenzen befinden. Einer davon ist Ellis Island, die kleine Insel vor New York, die für tausende Auswanderer aus dem Burgenland das Ziel ihrer Träume war.

Einwanderer aus aller Welt kamen mit dem Schiff – vorbei an der Freiheitsstatue – nach Ellis Island, um in den USA ein neues Leben zu beginnen. Sie alle mussten zuerst auf die Insel, weil dort der Sitz der amerikanischen Einwanderungsbehörde war.

Checkpoint für Einwanderer

„Ellis Island war die Insel der Hoffnung, war aber auch der Ort der Verzweiflung“, erzählte der Direktor des Landesmuseums Gert Polster. Der Beiname „Insel der Tränen“ bezieht sich darauf, dass viele wieder die Rückfahrt antreten mussten, weil sie die medizinischen Untersuchungen nicht bestanden. Die Insel sei ein Checkpoint für jeden Einwanderer gewesen, so Polster.

Ort der Hoffnung sei die Insel deswegen gewesen, weil das Erste, was die Einwanderinnen und Einwanderer gesehen hätten, die Freiheitsstatue gewesen sei – ein Symbol der Freiheit und der Hoffnung, in Amerika ein neues Leben beginnen zu können.

Sonderausstellung über Amerika-Auswanderer

Eine Sonderausstellung im Landesmuseum erzählt die Geschichten von burgenländischen Auswanderinnen und Auswandern ab 1921. Sie dokumentiert einzelne Schicksale anhand konkreter Objekte. Auf Ellis Island selbst gibt es ein umfassendes Dokumentationsarchiv. Die Insel sei ein Haupteinwanderungshafen gewesen, über den Millionen von Menschen in die USA gekommen seien, so Polster. Sie alle seien in Schiffslisten dokumentiert. Forscher könnten dort also nach dem Großvater oder nach den Urgroßeltern suchen. Die Daten der Schiffslisten werden auch digital zur Verfügung gestellt, so dass auch eine Online-Suche möglich ist.

Nachfahren schenken Landesmuseum Bibel

Das Interesse am Thema Auswanderung ist nach wie vor groß, das zeigten auch die Antworten auf den Sammelaufruf des Landesmuseums für die Ausstellung. Der Aufruf sei bis in die USA gegangen und man habe sehr schöne Stücke hereinbekommen, unter anderem eine Familienbibel von Nachfahren, die jetzt in Indiana wohnen würden, sagte Polster. Diese hätten die Bibel in deutscher Sprache dem Museum geschenkt, weil sie selbst alle nur mit Englisch aufgewachsen seien: „Sie finden, dass diese Bibel hier im Burgenland am besten aufgehoben ist.“

Die Ausstellung „Unsere Amerikaner“ im Landesmuseum Eisenstadt ist – nach einer Lockdown- und Winterpause – auch im kommenden Jahr noch zu sehen.

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