Synagoge Kobersdorf


Synagoge Kobersdorf

© ORF Burgenland, Sendung vom: 30.08.2021

 

Die ehemalige Synagoge in Kobersdorf ist eines der letzten Zeugnisse des Judentums im Burgenland. Das historisch bedeutsame Gebäude war lange dem Verfall preisgegeben, wird aber nun vom Land denkmalgerecht renoviert.

Kobersdorf war eine der „Schewa Kehilot“, eine der sieben heiligen jüdischen Gemeinden des Burgenlandes. Diese standen unter dem besonderen Schutz der Esterhazy. Jüdisches Leben konnte sich dort über Jahrhunderte weitgehend ungestört entfalten. Die Synagoge in Kobersdorf wurde 1860 eingeweiht. Dass sie – anders als die meisten Synagogen – nicht von den Nationalsozialisten zerstört wurde, ist einem glücklichen Zufall zu verdanken.

Nazis wollten Synagoge verkaufen

Die örtlichen Nazis wollten die Synagoge gewinnbringend verkaufen, sagte Erwin Hausensteiner vom Gedenkverein Kobersdorf: „Die damalige nationalsozialistische Gemeindevertretung hat im Jahre ’39 beschlossen, die Synagoge zu kaufen – von der damaligen israelitischen Kultusgemeinde – und die damalige Gemeindevertretung wollte das Gebäude an die Stadtwerke Wiener Neustadt weiterverkaufen, um daraus Geld zu schlagen.“

Land renoviert Synagoge derzeit

Die Stadtwerke Wiener Neustadt wollten die Synagoge zu einer Autobusgarage umbauen, doch der Krieg vereitelte diese Pläne. In den Jahrzehnten danach verfiel die Synagoge langsam. 1993 übernahm ein Verein das desolate Gebäude. Für eine umfassende Sanierung fehlte allerdings das Geld.

2019 kaufte das Land Burgenland die Synagoge. Im Vorjahr wurde mit der Renovierung begonnen. In einem Zubau werden unter anderem Sanitäranlagen und eine Garderobe untergebracht. In Zukunft sollen in der ehemaligen Synagoge kulturelle Veranstaltungen stattfinden, unter Berücksichtigung der religiösen Geschichte des Gebäudes.

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